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ADHS

Das Aufmerksamkeits - Defizit - Hyperaktivitäts - Syndrom (ADHS)

Unter einem ADHS versteht man die hyperaktive Variante des Aufmerksamkeits - Defizit - Syndroms. Es umfasst die klassische Symptomatik des auffälligen Zappelphilipps und somit das klassische Bild des unartigen Kindes. So einfach gestaltet sich in der Realität allerdings weder die Diagnose noch die Therapie des ADHS.

Zunächst soll erst einmal festgehalten werden, dass ein ADHS nicht durch falsche Erziehung entsteht, wohl aber durch fehlerhaftes erzieherisches Tun negativ beeinflusst werden kann. Die eigentliche Ursache eines ADHS liegt nach derzeitigem Stand der Wissenschaft in einem Ungleichgewicht der Botenstoffe im Gehirn, die für die Reizweiterleitung von Nervenzelle zu Nervenzelle verantwortlich sind. Diese fehlerhafte Reizweiterleitung hat zur Folge, dass Kinder, die unter einem ADHS leiden nur bedingt dazu in der Lage sind, auf sie eindringende Reize zwischen “wichtig” und “unwichtig” zu filtern. Die Konsequenz ist eine Reizüberflutung, die die Kinder alleine nicht regulieren können.

Diese Ursachenbeschreibung soll in besonderer Weise darauf hinweisen, dass ein ADHS - Kind nicht mit einem unartigen Kind oder dergleichen verglichen werden darf. Die Unterscheidung ob nun wirklich ein ADHS vorliegt oder nicht, gestaltet sich aber aufgrund ähnlicher Symptome sehr schwierig.
Ähnliche Symptome haben aber umgekehrt nicht die gleichen therapeutischen Maßnahmen zur Folge. Eine medikamentöse Therapie beispielsweise kann nur dann greifen, wenn ADHS wirklich vorliegt. Ähnlich verhält es sich mit anderen ADHS - typischen Therapieformen.

Um eine falsche, bzw. fehlerhafte Diagnose zu vermeiden, sollten Sie sich an einen erfahrenen Kinderarzt, bzw. an einen erfahrenen Kinder- und Jugendpsychologen wenden, der die unterschiedlichen Diagnosebereiche in entsprechender Weise abdecken, bzw. kompetent an entsprechende Fachkräfte weiter verweisen kann.

Eine Diagnose sollte neben der Befragung der Eltern hinsichtlich der Symptome und der Häufigkeit des Auftretens dieser Symptome auch eine Befragung der ErzieherInnen und / oder LehrerInnen umfassen. Es ist wichtig, dass sich die Symptome über einen Zeitraum von etwa sechs Monaten hinweg in verschiedenen Lebensbereichen immer wieder gezeigt haben.
Als weiterer Schritt ist die Erstellung eines psychologischen Gutachtens des Patienten notwendig, sowie eine ärztliche Untersuchung, die andere Ursachen für das Auftreten ähnlicher Symptome auszuschließen versucht.

Auf Basis der Diagnose und des symptomatischen Erscheinungsbildes wird dann eine individuell passende Therapie erstellt, die sich aus verschiedenen therapeutischen Teilbereichen zusammen setzen sollte. Ein ganzheitlicher Ansatz ist dabei von besonderer Bedeutung. In besonderer Weise ist ein konsequentes erzieherisches Handeln aller an der Erziehung beteiligten Personen wichtig, was natürlich zur Folge hat, dass ein informeller Austausch und Absprachen dieser Personen unerlässlich werden.

Wenn Sie weitere Informationen zur Diagnose, Therapie und allgemeinen Beschreibung des Krankheitsbildes benötigen, dann klicken Sie hier: ADHS

Webmaster: Dr. N. Gumpert     Letztes update dieser Seite: Mittwoch, 1. August 2007.