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Hochbegabung
Beim Klären des Begriffes der Hochbegabung fällt schnell auf, dass viele Definitionen an einem Wert festgemacht werden: dem Intelligenzquotienten. Per Definition geht man von einer Hochbegabung aus, wenn ein standardisierter Intelligenztest einen Wert von mehr als 130 erreicht.
Weshalb erscheint die Thematik der Hochbegabung auf unserer Seite? Das liegt daran, dass die Gruppe der hochbegabten Menschen nicht immer als solche in Erscheinung tritt und viele Hochbegabte in der Tat schulische Probleme aufweisen. Als bestes Beispiel ist wohl Albert Einstein zu nennen.
Einen Intelligenzquotienten jenseits der 130 erreichen etwa 2 % einer Vergleichsgruppe (gleichaltrig, gleiches Testverfahren). Das bedeutet, dass 2 % aller gleichaltrigen Probanden eines Intelligenzmessungsverfahrens einen solchen Wert erreichen. Die 2% beziehen sich also nicht auf die Gesamtbevölkerung. Auf die Gesamtbevölkerung bezogen, gelten ca. 3 % aller Menschen als hochbegabt, wobei die Geschlechtsverteilung zwischen Jungen und Mädchen gleich ist, also genauso viele Mädchen wie Jungen von einer Hochbegabung betroffen sein können. Auf Schulklassen bezogen implizieren jene Werte im Durchschnitt etwa ein hochbegabtes Kind in jeder 2. Schulklasse.
Wie bereits erwähnt, fallen hochbegabte Kinder in der Schule nicht immer sofort auf. Es werden drei wesentliche Gruppierungen unterschieden:
- Die Gruppe der “Wunderkinder”, die auffällig gute Leistungen erzielen und schon früh in Augenschein treten.
- Die so genannten “Underachiever”, die sich nach außen (bewusst) schlecht verkaufen, eventuell auch schon negative Erfahrungen (durch ihre besondere Begabung) machen mussten.
- Solche, die ihr Talent nicht wirklich voll ausschöpfen können - sei es, weil ihr besondere Begabung nicht entdeckt wurde oder weil sie selbst mit sich so einfach zufrieden waren.
Es gibt keine Checkliste, die man begutachtend abhakt und dann zum Schluss führt: Hochbegabung. Es gibt aber verschiedene Merkmale im Bereich des Lernens und Denkens, die Hinweise auf eine eventuell vorhandene Hochbegabung liefern können. Auch im Arbeits- und sozialverhalten machen sich solche Hinweise bemerkbar. Der Verhaltensbeobachtung kommt also eine wesentliche und wichtige Bedeutung zu. Intelligenztests, die die Gütekriterien (objektiv - reliabel - valide) erfüllen, sollten erst ab einem gewissen Alter durchgeführt werden, da die Stabilität der Intelligenzmessung (Stichwort: reliabel) in jungen Jahren nicht immer gewährleistet ist und man davon ausgeht: je jünger das Kind, desto unzuverlässiger die Stabilität der Intelligenzmessung. In dieser Hinsicht stellt sich dann auch Frage, ob man nicht durch gezielte (objektive) Verhaltensbeobachtung zu gleichem Ziel kommen kann.
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